Wie überwache ich meine Server?

Desöfteren wurde ich gefragt, wie ich meine und die Maschinen meiner Kunden überwache. Oft fielen hier die Worte Nagios und Cacti / Munin. Sinnvollerweise benötigt man hier allerdings einen eigenen (v)Server in einem Rechenzentrum. Bei mittlerweile rund 20 Kunden, die ich überwachen muss, ist das gar keine so leichte Aufgabe. Es muss ein externer Dienst her.

Überwachungsangebote gibt es viele in freier Wildbahn, die meisten allerdings sind englischsprachig. Für mich nicht schlimm, allerdings wären einige Kunden davon durchaus überfordert. Letzten Endes bin ich bei Bloonix hängengeblieben, dessen Geschäftsführer mich auch direkt sehr kompetent beraten hat.

Ereignisanzeige, Statistiken, Reports, Benutzerverwaltung, Notification Screen, Abhängigkeiten zwischen Hosts und Services, Graphing… Bloonix bietet jede Menge Features, um die Überwachung Ihrer IT-Infrastruktur zu optimieren.

Bloonix-Website

Das hörte sich alles ziemlich gut an, die Referenzen sprachen auch für sich. Also mal eben ein Paket gebucht und losgelegt. Bloonix-Client auf den zu überwachenden Maschinen installieren (es gibt diverse fertige Pakete z.B. für Debian), eine Konfigurationsdatei anpassen und im Webinterface von Bloonix die zu überwachenden Services anlegen. Die Plugins des Bloonix-Client lassen sich einzeln installieren, man benötigt nicht das komplette Paket – sehr schön.

Die meisten Plugins und Checks liefen direkt ohne weitere Konfiguration und gaben mir ein „OK“ zurück. Bei einigen Checks, die nicht ohne Anpassungen liefen, hat mir Herr Schulz mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Ein weiterer Grund, wieso ich einen deutschen Dienstleister suchte.

Quelle: Bloonix
Quelle: Bloonix

Ein weiterer, immenser Vorteil von Bloonix ist eigentlich offensichtlich. Die Überwachung wird nicht nur outgesourced, sondern auch in die Cloud verlagert – eine (größere) Ausfallzeit sollte es also in naher Zukunft nicht geben, ganz im Gegenteil zu einem einzelnen (v)Server in einem Rechenzentrum.

Apache-Prozessgraph
Apache-Prozessgraph

Gerne habe ich außerdem meine Dienste, nicht nur im Falle eines Ausfalls, im Blick – vorrangig natürlich den Traffic, der über die Interfaces raus- und reingeht, da man hier oft Angriffe oder Infektionen zügig erkennen kann. Auch das bietet Bloonix – es erstellt quasi für jeden Service, der überwacht wird, einen Graph mit Daten aus einem frei festzulegendem Zeitraum. Das könnte man durchaus selbst hosten, wer allerdings Cacti oder Munin eingerichtet hat, wird sich nur ungerne daran erinnern.

Zum Preis kann ich eigentlich nur auf die Preisliste verweisen. Man sieht, dass professionelles Monitoring nicht unbedingt Geld kosten muss. Für Privatkunden oder kleine Unternehmen, die nur ihre wichtigsten Dienste überwachen wollen, gibt es eine kostenfreie Variante mit maximal 5 Service Checks. Ansonsten geht der Spaß mit Bloonix bei 2,45 € netto los – allerdings gehe ich stark davon aus, dass Bloonix auch gerne individuelle Angebote erstellt. Eine Mail kostet immerhin noch nichts.

Was wäre also noch zu verbessern? Nicht viel, das Webinterface ist, für ein Monitoringtool, wirklich sehr modern und übersichtlich. Das einzige Feature, das ich vermisse, ist ein Firefox-Plugin, dass mich über den aktuellen „Stand“ meiner Services auf dem neuesten Stand hält, ähnlich dem Nagios Checker.

Fazit: Bloonix ist ein tolles Tool, um seine Überwachung auszulagern. Auf Bugs, Fehler oder Hilfeanfragen wird schnell reagiert – so muss Support aussehen.

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