Virtuelle Server von netcup – eine Geschichte

computer-1295318_960_720Für mein Monitoring bin ich immer auf der Suche nach kleinen, virtuellen Servern im Preisbereich von 3-6 Euro im Monat.

Bei meiner Suche bin ich auch auf netcup gestoßen, die ihren „VPS 1000 G7“ für 3,99€/Monat anbieten – super Deal, also direkt bestellt… oder?

Nach der Bestellung erhielt ich folgende E-Mail:

Guten Tag Herr Pratt,

wir haben Sie heute um 11:49 Uhr versucht telefonisch zu kontaktieren, um Ihre Bestellung mit Ihnen zu überprüfen und konnten Sie nicht erreichen.

Wir werden Sie im Laufe des Tages erneut anrufen. Um Ihre Bestellung so schnell wie möglich für Sie ausführen zu können, teilen Sie uns mit, wann wir Sie von Montag bis Freitag zwischen 9 und 20 Uhr unter der in der Bestellung genannten Rufnummer erreichen können. Als andere Möglichkeit können Sie uns auch eine beidseitige Kopie Ihres Personalausweises oder eine Kopie Ihrer Meldebescheinigung per E-Mail zukommen lassen. Bitte beachten Sie, dass wir keine Kopie Ihres Reisepass verwenden können, da im Reisepass die Meldeanschrift nicht vermerkt ist.

Die Überprüfung der Bestellungen wird zum Schutz Ihrer Daten durchgeführt.

Wir freuen uns, Sie bald als Kunde bei netcup begrüßen zu dürfen.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen / best regards

Ihr netcup Team

Äh, bitte? Eine Kopie meines Personalausweises? Ich dachte, das wäre verboten? … davon abgesehen, dass ich auch nicht möchte, dass mein Personalausweis durch’s Internet irrt. Naja – in gutem Glauben habe ich den Jungs dann doch meinen Ausweis zugeschickt (obwohl ich als Firma bestellt hatte, weshalb ich eher eine Gewerbeanmeldung verlangt hätte) und kurz darauf folgende E-Mail erhalten (Kontodaten geschwärzt):

Guten Tag Dominic Pratt,

vielen Dank für Ihre Bestellung.

Bei der Prüfung Ihrer Daten konnten wir keinen Bonitätswert ermitteln.
Damit wir Ihre Bestellung ausführen können, benötigen wir daher eine Vorauszahlung von Ihnen.
Bitte überweisen Sie den Betrag von 18.94 Euro inkl. MwSt. auf unser Konto. Wir stellen den Tarif nach Geldeingang schnellstmöglich für Sie zur Verfügung.

Bankverbindung:

IBAN
BIC/Swift:

Kontonummer:
Bankleitzahl:
Kreditinstitut:

Bitte nutzen Sie als Verwendungszweck:

Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen / best regards

Ihr netcup Team

Hm, bitte? Sie konnten keinen „Bonitätswert ermitteln“? Komisch, denn bisher konnte das jeder Anbieter, der es wollte. Stattdessen soll ich nun für 18,94 EUR (!) eine Überweisung anstoßen, die mich natürlich – dank Geschäftskonto – auch noch Geld kostet?

Sorry, liebes netcup-Team, meine Antwort kennt ihr ja bereits: danke, aber nein danke. Gibt’s halt doch noch einen Hetzner vServer, die machen nicht so viel Arbeit auf meiner Seite.

4 Gedanken zu “Virtuelle Server von netcup – eine Geschichte

  1. Damals hatten sie bei mir mit einer Zufriedenheitsgarantie geworben. Der vServer konnte 30 Tage lang getestet werden und innerhalb dieser 30 Tage ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Außerdem werden die Kosten erstattet. Ein paar Tage nach der Bestellung kam eine Rechnung, welche ich nicht zahlte, da ich nach den ersten Tests gemerkt hatte, dass der vServer nicht für meinen Anwendungszweck geeignet ist. Eine E-Mail mit Hinweis auf die Zufriedenheitsgarantie, welche ich in Anspruch nehmen wollte ging raus. Es wurde sich beschwert, dass ich das Angebot ausnutze und nur einen kostenfreien vServer für ein paar Tage nutzen möchte und die Zufriedenheitsgarantie hier nicht greift. Naja, also die paar Euro gezahlt und gleich eine Kündigung als Einschreiben verfasst. Irgendwann kam eine Mail, dass die Kündigung nur mit dem vorgefertigten Formular möglich ist. Mit dem Hinweis, dass eine Kündigung eine einseitige Willenserklärung ist, welche keiner Form bedarf, ging es auf einmal. Schade, aber für mich nie wieder!

  2. Das Verifizierungsverfahren ist zwar „nett gemeint“ gegenüber dem Kunden, dient aber halt ausschließlich dem Schutz des Anbieters. Der Anruf ist schon recht aggressiv. Der Bonitätscheck ist aber eh das geilste.

    Wenn man jetzt online einen Ratenzahlungskauf tätigt oder der Betrag entsprechend hoch ist, ok, aber die machen einen Boni-Check ja bei jedem(!) Kunden nach dem was man so im Netz inzwischen lesen kann, selbst im dortigen Kundenforum.

    Und da im Kundenforum ja inzwischen sogar rausgefunden wurde das die früher gar kein eigenes RZ hatten obwohl es auf der Webseite stand, sondern nur bei Hetzner einen Teilbereich für sich hatten, spricht da schon einiges für sich und gegen den Anbieter.

    Wer billig kauft, kauft 2x ;)
    Ich bin übrigens auch sehr zufriedener Hetzner Kunde unter anderem.

    Nette Blogbeiträge ansonsten, kannte dich sogar vorher schon irgendwoher, bin aber per Google auf deinen Proxmox Firewall Beitrag gestoßen da ich mich heute morgen auch versehentlich ausgesperrt habe :P

  3. Ich teste derzeit bei netcup einen root-Server (RS 1000 SAS G7SEa1) für schmales Geld (bei Jahresvertrag etwa 7 Euro im Monat). Habe abends nach 20 Uhr die Bestellung ausgelöst und kurz darauf den besagten Anruf erhalten und ihn angenommen, woraufhin ich problemlos aktiviert wurde und 10 Minuten später hatte ich die Zugangsdaten für das neu aufgesetzte Teil. Mit dem Server und deren Service-Tools bin ich bislang sehr zufrieden.
    Als Vergleichswert habe ich einen dedizierten (also nicht wie bei netcup „teil-virtualisierten“) root-Server bei Hetzner.
    Weshalb Du Deinen Perso geschickt hast, anstatt Dich wie in der Mail angeboten anrufen zu lassen, erschliesst sich aus Deiner Beschreibung leider nicht; ein Gespräch (z.B. mit Verweis auf Deine Website(s)) wirkt manchmal Wunder. Ich habe als Privatperson bestellt. Vielleicht ergab sich daraus bei Dir das Problem, dass Du es gewerblich bestellt hast.
    Schade, dass Du schlechte Erfahrung gemacht hast. Bei Hetzner sind deutlich weniger RAM und auch nur 1 oder 2 statt 4 vCores drin, wenn ich das richtig sehe. Für Dein Monitoring mag das reichen, ich bin eher der Preis-/Leistung-Typ. Meinen Server bei netcup kann ich übrigens mit PayPal zahlen.

    P.S.: Bin über Let’s Encrypt auf Dich gestoßen und die Thinkpad-Tests finde ich auch spannend. Danke dafür!

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