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Manchmal passiert es und eine Festplatte im RAID-Verbund steigt aus, davor ist kein Server gefeit – Glück gehabt, wenn man einen entsprechend gespiegelten RAID-Verbund hat und das Monitoring früh genug Alarm geschlagen hat.

Natürlich hat Hetzner für den Festplattentausch eine Anleitung, was aber, wenn man das Wichtigste vergessen hat: den Bootloader neu schreiben. Das System fährt nicht mehr hoch und langsam bricht Panik aus – völlig unbegründet! Ruhe bewahren und das Rescue-System von Hetzner booten – dann folgen ein paar einfache Schritte zum Erfolg.


Überprüfung des RAID-Verbunds

Mit einem einfachen cat /proc/mdstat prüfen wir den Zustand des RAID-Verbunds. Eine saubere Ausgabe sollte ungefähr so aussehen:

Personalities : [raid1] [linear] [multipath] [raid0] [raid6] [raid5] [raid4] [raid10]
md0 : active raid1 nvme1n1p1[1] nvme0n1p1[0]
      523264 blocks super 1.2 [2/2] [UU]

md1 : active raid1 nvme1n1p2[1] nvme0n1p2[0]
      499449152 blocks super 1.2 [2/2] [UU]
      bitmap: 3/4 pages [12KB], 65536KB chunk

unused devices: <none>

Ist hier alles in Ordnung, der Verbund synchron und alle Partitionen sauber eingebunden, schreiben wir den Bootloader nun neu.

Bootloader-Reparatur

Mit folgenden Befehlen schreiben wir den Bootloader auf beide Festplatten bzw. SSDs. Natürlich müssen eventuell die Gerätenamen (/dev/sda, /dev/sdb) angeepasst werden – wie immer gilt: nichts einfach nur kopieren, sondern vorher nachdenken und verstehen!

mount /dev/md2 /mnt
mount /dev/md1 /mnt/boot
mount -o bind /dev /mnt/dev
mount -o bind /sys /mnt/sys
mount -t proc /proc /mnt/proc
cp /proc/mounts /mnt/etc/mtab
chroot /mnt /bin/bash
grub-install /dev/sda
grub-install /dev/sdb
grub-install --recheck /dev/sda
grub-install --recheck /dev/sdb
mkdir /run/lock
cp /proc/mounts /etc/mtab
update-grub

Nach einem Neustart sollte das System nun wieder sauber starten. Falls das System noch immer nicht sauber startet, kontaktieren Sie mich gerne!