Notebooks wie neu? Gebrauchtes T430s im Test!

T430s AufkleberSeit einiger Zeit boomt der gewerbliche Handel mit gebrauchten Business-Notebooks, allen voran der Lenovo ThinkPad-Reihe.

Gute Verarbeitung, potente Hardware und Robustheit sprachen für die Neugeräte, doch gilt das auch für die schon gebrauchten Ableger?

Von welchem Zustand sprechen wir, wenn wir „gebraucht“ sagen? Hält der Akku überhaupt noch mehr als 10 Minuten?Der Onlineshop Notebooks wie neu – kurz NBWN – hat mir zwei gebrauchte Geräte zum Test überlassen um mich von der Qualität der Geräte zu überzeugen und meinen Lesern einen Einblick in den Gebrauchtmarkt zu geben.

ThinkPad T430s

Hardware

Beginnen wir mit dem Klassiker: dem Lenovo ThinkPad T430s. Das Gerät, das mir von NBWN zugeschickt wurde, hat folgendes Innenleben:

Man sieht: ziemlich potente Hardware für so ein, mit 1,79 kg relativ leichtes, Notebook. Für die üblichen Office- und Web-Anwendungen reicht die Hardware auf jeden Fall völlig aus und es sollte auch mit Windows 10 keine Probleme geben.

Ersteindruck

Der erste Eindruck nach dem Auspacken ist immer der entscheidende Moment für mich: ist das Gerät sein Geld wert, fühlt es sich gut an, sieht es gut aus? Bei gebrauchten Geräten kommt dann noch eine wichtige Frage dazu: sieht man Gebrauchsspuren?

Der Händler beschreibt den Zustand des T430s wie folgt:

Gebrauchtgerät
Guter Gebrauchtzustand mit überwiegend geringen Gebrauchsspuren. Bitte beachten Sie, das kleinere Kratzer am Gehäuse sowie vereinzelte Abriebstellen der Tastatur bei Gebrauchtgeräten zu erwarten sind und keinen Reklamationsanspruch auslösen .Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aufgrund unserer automatisierten Prozesse keine weitere Sichtung von einzelnen Geräten vor dem Versand vornehmen können.

T430s Aufkleberreste

Klingt erstmal nicht so gut, finde ich. Gerade der letzte Satz ist ja eher ein Hinweis darauf, dass in dem Paket durchaus auch Schrott sein könnte – von Rauchern, mit Fettflecken, … man kennt das.

Das schlanke Notebook kommt also aus seiner Hülle und… auf den ersten Blick ist es ein Neugerät. Keine Kratzer im Gehäuse, keine Abriebe auf der Tastatur, lediglich Reste von zwei Aufklebern finde ich neben dem Display und am Touchpad. Bilder hierzu sind in der Galerie zu finden.

Tja, das ist es nun – das T430s. Es sieht nicht nur neu aus, es riecht sogar noch nach Neugerät. Wären die zwei Aufkleberreste nicht auf dem Gehäuse könnte man meinen, es handele sich um ein neues ThinkPad. Da das T430s aber seit August 2014 nicht mehr hergestellt wird, ist das doch relativ unwahrscheinlich…

Erstes Einschalten und Performance

Beim ersten Einschalten benimmt sich das Notebook wie ein Neugerät: Windows lädt und lädt, installiert Dinge, lädt nochmal und begrüßt mich nach Eingabe meiner Benutzerdaten mit dem Desktop – und viel Software. Eine Brenn-Software ist installiert, viele kleine Lenovo-Helferlein, sonstige Trialsoftware… genau wie ein Neugerät.

Die ersten 10-15 Minuten reagiert das Gerät ziemlich träge, was allerdings nicht an der Hardware sondern vielmehr an den lauter kleinen Helferlein liegt, die alle meine Aufmerksamkeit und Rechenzeit fordern. Nachdem die Tools alle geladen, installiert und gestartet sind ist das T430s mit dem gelieferten Windows 7 Professional gewohnt flott und mit den Aufgaben, die ich ihm gebe (Google Chrome, Libreoffice, SSH), nicht überfordert.

Akku

Der wichtigste Punkt bei gebrauchten Notebooks ist ganz eindeutig der Akku. Wie viele Ladezyklen hat er schon hinter sich, wie lange hält eine Akkuladung noch? Finden wir es heraus!

Laut dem mitgelieferten Lenovo-Akku-Tool hat der Akku 87 Ladezyklen (vollständig leer bis vollständig voll) hinter sich. Nicht viel, aber auch nicht wirklich wenig.

Die Akkulaufzeit im normalen Internetbetrieb und mittelhellem Display beläuft sich auf rund 2,5 Stunden – völlig ausreichend, gerade weil nur der 6-Zellen-Akku verbaut ist und in Anbetracht der Tatsache, dass das Gerät ziemlich dünn ist. Ich denke nicht, dass der Akku im Neuzustand viel länger Saft geliefert hat.

Fazit

Das gebrauchte ThinkPad T430s von NBWN macht seinem Ruf alle Ehre: robust, langlebig und nicht kleinzukriegen! Auch zwei Jahre nach Produktionsende ist die Hardware im Mittelklasse-Bereich angesiedelt und brauch sich vor den Konkurrenten von ASUS, ACER und Co. nicht zu verstecken. Die Tastatur ist im Notebook-Bereich bekanntermaßen eine Klasse für sich und kann auch im Gebrauchtzustand glänzen.

Leider hat das Gerät keine Lenovo-Herstellergarantie mehr, wie in der Artikelbeschreibung von NBWN genannt. Ob man die Garantie dringend benötigt oder nicht, ist natürlich jedem selbst überlassen – kauft man aber das Gerät mit dem Zusatz „Gebrauchtgerät mit Lenovo Herstellergarantie“, erwartet man die Garantie zurecht.

Kleiner Tipp: auf die Auflösung achten! 1600 x 900 sollten es schon sein meiner Meinung nach.

Kritik

Es gibt wirklich wenige Kritikpunkte an dem Gerät und seinem Zustand. Die Aufkleberreste hätte man sicher noch entfernen können (mit Isopropanol oder Spüli), allerdings kann ich den Aufwand und die Menge der gelieferten Geräte bei NBWN auch nicht abschätzen.

Leider reagiert in meinem Test auch in unregelmäßigen Abständen das Touchpad nicht mehr – der Trackpoint funktioniert weiterhin, nervt natürlich trotzdem ein wenig… das ist zwar ein Grund für eine Retoure, allerdings kann man das NBWN nicht wirklich anlasten, da es wirklich nur unregelmäßig auftritt und somit sehr schwer zu erkennen ist.

Disclaimer

Nein, ich bekomme kein Geld für diesen Testbericht. NBWN hat mir angeboten, eins der getesteten Geräte nach dem Test zu einem Sonderpreis zu behalten, ansonsten habe ich von der Kooperation keine Vorteile. Mein Test ist völlig unabhängig und NBWN redet mir hier auch nicht rein.

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