Microsoft Modern Keyboard mit Fingerabdruck-ID

Microsoft ist ja schon seit recht langer Zeit auch Hersteller von ziemlich beliebter Computer-Peripherie – die Intellimouse sollte wohl jedem PC-Benutzer ein Begriff sein.

Der Hersteller aus Redmond hat in letzter Zeit aber nicht nur die Intellimouse Classic auf den Markt geworfen, sondern auch eine neue Tastatur mit dem sperrigen Namen „Microsoft Modern Keyboard mit Fingerabdruck-ID“. Ich habe mir die Tastatur bestellt und sie ausgiebig getestet.

Vorwort

Der Name der Tastatur ist… gewöhnungsbedürftig. Zwar gibt es die quasi baugleiche Tastatur auch ohne Fingerabdruck-Scanner, aber ich denke, man hätte sich einen anderen Namen einfallen lassen können.

Angekündigt Mitte letzten Jahres hat es das Keyboard nun auch endlich nach Deutschland geschafft und ist bei diversen Shops lieferbar. Für nicht ganz günstige 139,95 € bietet Microsoft die Tastatur auch selbst in seinem Store an. Klingt der aufgerufene Preis auch erstmal überzogen, so muss man bedenken, dass man sich in Redmond offenbar nur an den Preisen der Konkurrenz orientiert hat.

Mich hat die Tastatur übrigens 124,99 EUR bei Amazon gekostet und wurde nicht von Microsoft oder einer anderen Firma bezahlt.

Erster Eindruck

Die Tastatur kommt in einem simplen, weißem Karton mit einem aufgedruckten Abbild der Tastatur und einem Hinweis, dass ein deutsches Layout im Karton enthalten ist. Leider gibt es – auch auf Nachfrage bei der Microsoft PR-Abteilung – aktuell offenbar keine Werbefotos mit deutschem Tastaturlayout. Das ist aber nicht nur ein reines Microsoft-Problem, auch andere Tastatur-Hersteller zeigen dieses Verhalten. Sofern man die Tastatur also in einem deutschen Shop bestellt, sollte auch ein deutsches Layout geliefert werden.

Der erste Eindruck der Tastatur: ziemlich schwer und ziemlich edel. Laut Microsoft wiegt die Tastatur übrigens 14,6 Unzen, was umgerechnet rund 413 Gramm entspricht, sie fühlt sich aber sehr wertig an und verrutscht auch bei vielen Tastenanschlägen nicht auf dem Schreibtisch.

Im Karton mitgeliefert wird außerdem ein USB-Kabel, mit dem man den – leider fest eingebauten – Akku der Tastatur laden oder sie gänzlich per Kabel betreiben kann. Neben dem Kabel und der Tastatur sind nur die üblichen Kurzanleitungen im Karton enthalten.

Installation

Als Voraussetzung für die Nutzung aller Funktionen des Keyboards gibt Microsoft selbst mindestens Windows 10 mit dem Anniversary Update oder höher an.

Ich habe die Tastatur an einen PC mit aktuellstem Windows 10 Professional angesteckt und sie wurde sofort erkannt. Das Laden und Installieren der notwendigen Treiber brauchte gefühlt keine ganze Minute und schon war die Tastatur installiert. Zum Koppeln per Bluetooth musste ich noch eine Benachrichtigung anklicken, aber sonst auch keine weitere Konfiguration vornehmen.

Das Kabel habe ich sodann entfernt und konnte sofort mit der Tastatur arbeiten und das interessanteste Feature einrichten: den Fingerprint-Reader.

Der Fingerprint-Reader

Von Microsoft liebevoll „Fingerabdruck-ID“ genannt, bietet der in eine Taste integrierte Fingerabdruck-Reader eine bequeme Möglichkeit, sich ohne Passwort an seinem Windows oder den Microsoft-Webdiensten anzumelden.

Die Einstellungen hierfür findet man unter Windows 10 im Einstellungsmenü und sollten keinen PC-Nutzer überfordern – eigentlich hat mich die Einrichtung an ein iPhone erinnert, denn der ganze Vorgang sieht dem Einrichten von Touch-ID schon sehr ähnlich. Sehr positiv fand ich, dass der Scanner nahtlos in eine eigene Taste integriert ist und sich auch oberflächlich nicht von den anderen Tasten abhebt – entfernt man das Logo auf der Taste, würde niemand den Fingerabdruck-Scanner bemerken.

Bei meinen ersten Tests war das Anmelden am Windows 10 relativ unzuverlässig, wurde aber schnell besser. Offensichtlich lernt Windows 10 auch nach der Einrichtung den Fingerabdruck noch besser kennen und so funktioniert die Anmeldung inzwischen sehr zuverlässig mit allen eingerichteten Fingern und es ist sehr viel schneller als die Nutzung eines Passworts oder eines PINs. Hut ab, Microsoft, das habt ihr wirklich klasse gemacht!

Tippgefühl

Tja, das Tippgefühl. Bin ich doch eigentlich großer Fan von mechanischen Tastaturen, hat mich das Modern Keyboard doch ein wenig überrascht. Klar: es ist ein Chiclet-Keyboard, aber das sind ja andere Tastaturen auf dem Markt auch und sie finden ihre Abnehmer – man denke nur an das Magic Keyboard von Apple.

Das Tippgefühl und der Anschlag ist aber für eine solch flache Tastatur doch sehr ordentlich; man gewöhnt sich schnell daran, die Tastatur zu nutzen und schnell auf ihr zu tippen. Hier kommt kommt auch zum Zuge, dass es sich fast um ein Standard-Layout handelt – mit den üblichen Laptoptastaturen habe ich nämlich immer meine Schwierigkeiten beim Nutzen der Funktionstasten.

Fazit

Das Modern Keyboard ist für Windows 10-Nutzer eine sehr gute Alternative zu den üblichen Tastaturen auf dem Markt. Sie funktioniert gut, fühlt sich wunderbar an und die verbaute Technik funktioniert sehr zuverlässig.

Die einzigen Kritikpunkte sind tatsächlich der relativ hohe Preis der Tastatur und die fehlenden „Aufstell-Beinchen“, denn für mich persönlich ist die Tastatur doch ein wenig zu flach – ob ich mich daran gewöhnen kann, weiß ich nicht, das wird die Zeit zeigen und ist Geschmackssache.

Würde ich mir die Tastatur nochmal kaufen? Ich denke schon. Einem „unbedarften“ User würde ich die Tastatur bedenkenlos kaufen, wenn sie denn ins Budget passt. Ich persönlich nutze vermutlich weiterhin meine mechanische Tastatur an meinem Desktop-PC – vielleicht wird das Modern Keyboard mein Begleiter für unterwegs…

Disclaimer

Dieser Testbericht wurde nicht von Microsoft, seinen Partnern oder seiner PR-Agentur unterstützt. Mir wurde kein Inhalt vorgeschrieben und ich habe keine Gegenleistung für diesen Beitrag erhalten. Die hier dargestellte Meinung basiert einzig und allein auf meinen Erfahrungen mit dem Microsoft Modern Keyboard im Februar 2018.

1 Gedanke zu “Microsoft Modern Keyboard mit Fingerabdruck-ID”

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