Asus VivoPC im Test: Guter HTPC?

Quelle: ASUSASUS war so freundlich und hat mir einen VivoPC zum Test bereitgestellt. Gerne möchte ich nun, nach einigen Tagen intensiven Tests, meine Erfahrungen mit diesem Gerät teilen.

Den VivoPC platziert ASUS einerseits in der HTPC-Schiene, andererseits in der Workstation-Schiene. Es gibt insgesamt vier Modelle des Mini-PCs. Eine Variante (Modell VM40B) ist für die Nutzung im Wohnzimmer konzipiert, die anderen drei Modelle (VC60, VM60 und VC60V) sind vor allem für den Schreibtisch und damit als Arbeits-Rechner gedacht. Äußerlich unterscheiden sich die Modelle kaum, lediglich die Farbe ist unterschiedlich. Zum Test wurde mir ein VM40B bereitgestellt, also das Wohnzimmer-Pendant. Dieses Gerät hat folgende Serienausstattung:

  • Prozessor: Intel Celeron Dual-Core 1007U (1,5 GHz)
  • Arbeitsspeicher: 4GB DDR3 SODIMM
  • Festplatte: 500GB HDD
  • optisches Laufwerk: n/a
  • sonstige Konnektivität: WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0, 2x USB3, 4x USB2, 1x HDMI, 1x VGA, 3x Audio, 1x SPDIF Out, 1x Ethernet 10/100/1000 Mbit/s

Erster Eindruck

Mit am Wichtigsten, wenn ich neue Hardware gekauft habe, ist der erste Eindruck nach dem Auspacken. Der VivoPC kommt in einem schlichten schwarzen Karton mit der Aufschrift „In search of incredible“, das stimmt zumindest beim ersten Lesen positiv. Öffnet man den Karton sieht man den schicken, silbernen Kasten auch schon vor sich liegen. Die mitgelieferten Kabel (Netzteil) sind alle hinter Pappwänden versteckt. Auch nachdem ich den HTPC aus seiner Schutzfolie befreit habe ist die Haptik sehr gut – zu beachten ist allerdings, dass das Gerät nicht, wie die Bilder suggerieren, aus Aluminium besteht, sondern aus „schnöden“ Plastik, dass sich allerdings sehr gut anfühlt.

Erstes Einschalten

Nach dem Auspacken möchte der VivoPC natürlich sofort seine Arbeit aufnehmen – und das darf er auch, nachdem man ein Betriebssystem installiert hat. Richtig: der Rechner besitzt kein vorinstalliertes Betriebssystem, was für mich natürlich wunderbar ist, manche Leute aber sicher vor Probleme stellt. Hier hätte ASUS zumindest ein Linux vorinstallieren können.

Nichts­des­to­trotz wollen wir den PC natürlich nutzen und installieren ein Ubuntu Linux – alles läuft wunderbar, dank USB3 ist die Installation verdammt schnell, außer die WLAN-Karte. Ich habe rund 3 Stunden versucht, das Gerät zum Laufen zu bewegen, allerdings ist dies aktuell quasi unmöglich. Schade, gerade ein XBMCbuntu hätte sich hervorragend auf dem Vivo gemacht. Da ich keine Kabel ziehen möchte, entscheide ich mich, Windows 8 zu installieren, solange keine Treiber gefunden sind. Hier wird, natürlich, die gesamte Hardware auf Anhieb erkannt.

XBMC auf dem VivoPC

Ich wurde, als ich das Gerät vor Kurzem anfragte, mit folgenden Worten auf die Leistung des VM40B hingewiesen:

Der VM40B ist hauptsächlich als HTPC oder günstiger Office-PC gedacht. Der verwendete Celeron 1007U ist allerdings nicht für besonders fordernde Aufgaben wie zum Beispiel 4K-Videos gemacht.

Hier kann ich ASUS nur zustimmen. Man darf von dem Gerät keine Höchstleistungen erwarten – beim probeweisen Arbeiten damit ist er mir schon ab und zu auf die Nerven gegangen. Als HTPC im Wohnzimmer mit XBMC schlägt er sich allerdings in allen Aufgaben, die ich ihm bislang gestellt habe, sehr gut. Full-HD-Streaming ist, dank WLAN ac, ebenso kein Problem wie das Streamen aus dem Internet via Watchever oder Lovefilm. Mit Full-HD-Material hat der kleine keinerlei Probleme.

Zur Hardware – und noch viel weiter!

Ein grundlegender Aspekt eines HTPC ist natürlich die Lautstärke. Hier kann der VivoPC ebenfalls punkten – er ist wirklich leise. Natürlich hört man die Lüfter ab und an, wenn es ganz still im Wohnzimmer ist – aber selbst dann sind die Lüfter meiner Netzwerkfestplatte lauter. Sobald der Fernseher läuft, merkt man nichts mehr davon, dass auf dem Lowboard ein HTPC die Filme an den Fernseher weitergibt.

Quelle: ASUS
Quelle: ASUS

Ich habe die 500GB Festplatte direkt nach Erhalt gegen eine 1TB WD RED getauscht, damit ich mehr Platz im VivoPC habe. Das Beste an diesem Gerät ist, dass man die Festplatte, sogar als unbedarfter Nutzer, problemlos tauschen kann. An der Rückseite gibt es einen Riegel, den man nach unten drücken muss und schon kann man den Deckel abnehmen und hat direkten Zugriff auf die Festplatte. Entfernt man diese hat man, nach einer Schraube, Zugriff auf den Arbeitsspeicher des VivoPC. Hervorragend, ASUS, ich ziehe meinen Hut!

Das Design

Zu guter Letzt ein Blick auf das Design. Es ist sehr gelungen, finde ich. Ich bin Fan von Geräten, die keinen klassischen Klavierlack ins Wohnzimmer zaubern. Leider gibt es davon viel zu wenig, einen Fernseher in silber würde ich mit Handkuss an die Wand schrauben.

Die Front des HTPC erinnert im Betrieb ein klein wenig an K.I.T.T. – ihr wisst schon: das Super-Auto aus Knight Rider! Vielleicht löte ich die LEDs noch von weiß auf rot um… nun, auf jeden Fall ist der VivoPC designtechnisch sehr gelungen!

Fazit & Verbesserungsmöglichkeiten

Ich hasse es, ein Fazit zu schreiben. Man wiederholt immer alle möglichen Fakten, die man im Beitrag schon genannt hat…

Der VivoPC ist für rund 200€ ein wunderbares Gerät – wenn man weiß, was genau man damit anstellen möchte. Als Büro-PC würde ich das VM40B nicht nutzen wollen, als HTPC macht er aber eine mehr als gute Figur. Dank XBMC erreicht man komplett neue Welten – vom Sofa aus. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt, wie wir wissen…

Ein Nachteil: die fehlende Linux-Kompatibilität. ASUS könnte den VM40B direkt mit XBMCbuntu ausliefern, dann würde ich sogar meiner Oma ein solches Gerät empfehlen. Leider hält sich ASUS hier bisher fein zurück und hat noch keine Linux-Treiber veröffentlicht. Hauptsächlich fehlt der WLAN-Treiber, der Rest funktioniert halbwegs.

Würde ich ihn kaufen? Ja, würde ich. Empfehle ich ihn weiter? Ja, das mach ich. Falls ihr gerade auf der Suche nach einem HTPC seid: schaut euch mal den VivoPC von ASUS an!

16 Gedanken zu “Asus VivoPC im Test: Guter HTPC?

  1. Moin,
    hat sich das Problem mit dem Wlan mittlerweile gelöst? Ich wollte mir auch einen VIvoPC kaufen und Ubuntu drauf installieren, aber ohne Wlan ist das natürlich nix.

  2. Wie hast du Windoof darauf bekommen?
    Bin hier echt am verzweifeln :(
    Habe einen USB-Stick mit Win7 bootfähig gemacht.
    Er funktioniert auch auf meinem anderen Notebook, nur auf dem vivopc ist das halt so eine Sache.
    Habe secure boot etc disabled, den Stick primär gesetzt, hatte auch die bootx64.efi auf den Stick gepackt, aber es läuft nicht an.
    Bekomme immer die Fehlermeldung Windows failed to start…\efi\microsoft\boot\bcd…fehler: 0x c000000f.
    Ich komm damit einfach nicht klar.

      • Danke für die schnelle Antwort.
        Ich hatte unter secure auf other os gestellt, doch steht oben drüber in grau, secure aktiviert.
        Csm auch aktiviert und den Stick auf Bootstelle 1 gesetzt.
        Ich bin aber auch nicht gerade begabt in solchen Sachen, für den bootfähigen Stick bin ich nach Anleitung gegangen und es funktioniert ja auch auf meinem Notebook tadellos.
        Windows ist auch original von der DVD, deswegen vermute ich, dass ich a) im UEFI was falsch einstelle, oder b) eine Datei auf dem Stick verändert werden muss (habe nur die bootx64.efi eingefügt).
        Den Stick hatte ich über die Eingabeaufforderung formatiert, habe mir viele tut’s angeschaut, die sind aber immer mit älteren bios Systemen.

        • Ich habe es nun endlich geschafft, in mein BIOS zu schauen – sorry für die späte Reaktion.

          Secure OS steht bei mir auf Other OS, genau wie bei dir. Secure ist auch bei mir aktiviert. Ansonsten habe ich keinerlei Änderungen im BIOS vorgenommen und den Stick mit Hilfe des Windows 7 USB/DVD Download Tool erstellt. Änderungen an Dateien auf dem Stick habe ich keine vorgenommen.

  3. Hallöchen,

    ich habe ein ganz ähnliches Problem er will einfach nicht von USB booten
    er greift immer auf die HDD

    uefi steht auf other OS habe auch den Stick mit dem Tool erstellt aber egal welchen stick ich nehme er will von keinem Booten weder die USB 3 noch die USb 2.0 anschlüsse ?

    hast du einen Tip die neuen UEFI Bios Systeme sind der Pure Horror

  4. Hallo und Danke für den Bericht…

    Meine Frage, kann man mit dem kleinen Kistchen auch STEAM IN HOME Streaming betreiben?
    Ist die Hardware dafür potent genug?

    Viele Grüße,

    der Dübel

  5. Hast du zufällig den Stromverbrauch des VIVOPCs gemessen?

    D.h. Idle / Officebetrieb /Volllast ?

    Das wäre ganz interessant im Vergleich zu den INTEL NUCs die es jetzt ja auch schon länger gibt (mit Celeron N2830/i5/i7)

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