Archive Team Warrior und Proxmox

Archive Team Warrior-Screenshot

Ich habe auf meinen Servern durchaus noch einige ungenutzte Ressourcen, die ich gerne der Community zur Verfügung stellen wollte.

Nach ein wenig Suche im Internet bin ich auf das Archive Team Warrior-Projekt gestoßen und entschied mich, dem Archive Team ein wenig unter die Arme zu greifen.

Ich denke, man kennt das Projekt und ich muss nicht viel dazu schreiben – archive.org archiviert das „Internet“ und betreibt eine Datenbank, die auch gelöschte und inzwischen offline genommene Webseiten beinhaltet – das Internet vergisst eben nie…

Das Warrior-Projekt stellt eine virtuelle Appliance bereit, um die Community in das Projekt einzubinden. Diese Appliance lädt Daten aus dem Internet herunter und speichert sie beim Archive Team, um dort das Internetarchiv zu pflegen.

Installation der Warrior-VM unter Proxmox

Um die Warrior-VM des Archive Teams unter Proxmox zu starten, muss man die zur Verfügung gestellte Datei konvertieren. Ich habe mich für die VirtualBox-Variante entschieden, die man hier downloaden kann.

Zuerst muss man die OVA-Datei entpacken, damit man auf das Festplattenimage zugreifen kann:

tar xvf archiveteam-warrior-v3-20171013.ova

Hierdurch erhält man eine Datei mit der Endung vmdk, die man nun mit Hilfe von qemu-img konvertiert:

qemu-img convert -f vmdk archiveteam-warrior-v3-20171013-disk001.vmdk -O qcow2 warrior-disk1.qcow2

Nun legt man eine virtuelle Maschine auf seinem Proxmox-Node an, hierfür habe ich die folgenden Settings verwendet.

  • Memory: 2048 MB
  • Processors: 1 Socket, 1 Core
  • Hard Disk: 1GB on local Storage, qcow2 (das ist wichtig, damit man die Festplatte später einfach austauschen kann)
  • OS Type: Linux, 4.X/3.X/2.6 Kernel

Für die Warrior-VM sollte man unbedingt nur ein internes Netzwerkinterface nutzen, das bestenfalls über eine Firewall VM abgewickelt wird.

Nachdem man nun die VM erstellt hat, kann man die Festplattendatei einfach austauschen. Hierzu verschiebt man die oben erzeugte „warrior-disk1.raw“ in das Verzeichnis /var/lib/vz/images/$VMID und überschreibt die dort bereits vorhandene Datei vm-$VMID-disk-0.qcow2.

Nun kann man die VM bereits starten, eine weitere Konfiguration kann allerdings notwendig sein – die VM muss zum Beispiel eine IP per DHCP beziehen können; ob und was hier getan werden muss, muss allerdings der Administrator selbst wissen.

Nutzung des Warriors

Nach dem Start der VM steht das Webpanel der VM auf dem Port 8001 ohne Authentifizierung zur Verfügung. Dies ist auch der Grund, weshalb die VM keinesfalls direkt ans Internet angebunden werden sollte. Meine VM ist beispielsweise nur im internen Netz erreichbar und ich kann auf das Webinterface ausschließlich per VPN zugreifen.

Man kann nun unter „Your Settings“ seinen Username festlegen, der dann auf dem Leaderboard des jeweiligen Projekts auftaucht. Unter „Available Projects“ kann man sich einem Projekt anschließen und die Arbeit beginnen.

Hier habe ich einfach das Projekt „ArchiveTeam’s Choice“ ausgewählt, damit immer die neuesten und wichtigsten Projekte von meinem System bearbeitet werden.

Fazit

Natürlich hat der Spaß auch einige wenige Nachteile: der Traffic des Servers steigt merklich, weshalb man die VM nur in Verbindung mit einer Traffic-Flatrate nutzen sollte. Außerdem verbraucht man, wenn auch wirklich nur wenig, Ressourcen für das Projekt. archive.org ist allerdings auf die Mitarbeit angewiesen, weshalb ich mich auch entschlossen habe, diesen Artikel zu schreiben.

Schreibe einen Kommentar